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Institut für Tiefenpsychologie Berlin

Zusatzqualifikation Psychoanalyse


Wir bieten die Zusatzqualifikation Psychoanalyse als Weiterbildung für Psychologische Psychotherapeuten

Die Qualifizierung zum Psychoanalytiker richtet sich an bereits approbierte Psychotherapeuten und erfolgt in der Regel berufsbegleitend als kontinuierlicher Prozess. Der zeitaufwändige Weiterbildungsgang erstreckt sich erfahrungsgemäß über eine Zeitspanne von mindestens fünf Jahren.
Über weitere Voraussetzungen, Anforderungen und Empfehlungen im Einzelnen können Sie sich in einem persönlichen Informationsgespräch mit unseren Mitarbeitern sachkundig machen.

Die Weiterbildung umfasst die Bereiche Lehranalyse, theoretische Weiterbildung sowie praktische Weiterbildung.

  • Die psychoanalytische Lehranalyse mit 250 bis 450 Std. Einzel- und Gruppenselbsterfahrung bildet eine unverzichtbare Grundlage und ist von Anbeginn zentraler Bestandteil der gesamten psychoanalytischen Weiterbildung. Sie soll die Fähigkeit vermitteln, unbewusste Phänomene, insbesondere die Bedeutung der Prozesse von Übertragung und Gegenübertragung an sich selbst zu erfahren und fördert wesentlich die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Hiermit wird die notwendige Selbsterfahrung in der psychoanalytischen Grundmethode vermittelt, von der sich alle Modifikationen psychoanalytischer Behandlungstechnik ableiten.
     
  • In der theoretischen Weiterbildung werden die Grundlagen und der aktuelle Erkenntnisstand der Psychoanalyse unterrichtet. Diese Seminare und Vorlesungen verteilen sich kontinuierlich über die Weiterbildungszeit und umfassen einschließlich der kasuistischen Lehrveranstaltungen insgesamt mindestens 600 Stunden. Während der gesamten Weiterbildung ist der Kandidat gehalten, neben Grundlagenwissen in psychoanalytischen Denktraditionen sich im weiten Spektrum psychoanalytischer Literatur eingehende Textkenntnisse anzueignen.

Im explizit psychoanalytischen Lehrprogramm werden folgende Kenntnisse erarbeitet:

  • Entwicklungs- und Persönlichkeitslehre
  • Allgemeine und spezielle Neurosenlehre einschließlich Psychosomatik
  • Psychodynamik der Familie und der Gruppe
  • Psychoanalytische Kulturtheorie und Theorie der analytischen Sozialpsychologie
  • Theorie analytischer Gruppenpsychotherapie
  • Einführung in Psychodiagnostik und Gesprächsführung
  • Technik und Praxis der Erstuntersuchung
  • Psychotherapeutischer Behandlungsprozess und seine Technik
  • Besonderheiten der Dynamik in der Therapeut-Patient-Beziehung
  • Indikation und Methodik psychoanalytisch begründeter Verfahren einschließlich Prävention und Rehabilitation
  • Einführung in die Psychiatrie
  • Grundsätze der Berufsethik

Zur Unterrichtseinheit Technik und Praxis der Erstuntersuchung gehören 10 bis 15 Erstuntersuchungen einschließlich Erstinterviews, die supervidiert werden.

  • Schwerpunkt der praktischen Weiterbildung ist die psychoanalytische Krankenbehandlung unter regelmäßiger Supervision. Darunter müssen zwei Fälle sein, deren psychoanalytische Behandlung mindestens 250 bis 300 Einzelsitzungen erforderlich machen und in einem hochfrequenten psychoanalytischen Prozess durchgeführt werden.

Des Weiteren müssen praktische Erfahrungen in der Durchführung von zwei Tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapien sowie von zwei analytisch begründeten Kurzzeittherapien erworben werden.

Diese sechs abgeschlossenen Behandlungen mit einer Gesamtzahl von mindestens 1000 Einzelsitzungen werden in ausreichender Frequenz kontrolliert; insgesamt sind mindestens 220 Kontrollstunden erforderlich. Dabei wird jede vierte bis sechste Behandlungsstunde in Einzelsitzung supervidiert.

Um das systematische Verständnis therapeutischer Beziehungsaufnahme, die Etablierung eines Arbeitsbündnisses und die Gestaltung der Beziehung im Prozess zu verstehen, ist über die gesamte praktische Weiterbildung die Teilnahme am kasuistisch-technischen Seminar obligatorisch.

Der Abschluss der Weiterbildung besteht in einem Prüfungskolloquium, in dem der Kandidat seine schriftlich vorgelegte Falldarstellung einer abgeschlossenen psychoanalytischen Krankenbehandlung mit dem Prüfungsausschuss diskutiert. Dabei wird nochmals die fachliche und persönliche Qualifizierung des Weiterbildungskandidaten zur selbständigen psychoanalytisch-therapeutischen Arbeit überprüft.


Kosten für die Psychoanalytische Weiterbildung:

Das Institut erhebt keine monatlichen Gebühren für theoretische Ausbildung und Betriebskosten. Diese werden von den Erträgen der Behandlungsstunden (Ambulanzphase) – also indirekt – entrichtet.

Das Honorar für Lehrtherapie sowie Supervision wird jeweils direkt an den Lehrtherapeuten bzw. Supervisor bezahlt. Die Höhe dieser Gebühren orientiert sich an den von der Kassenärztlichen Vereinigung vorgegeben Sätzen der Patientenbehandlung.

Gesamthaft gesehen werden die Kosten für die Weiterbildung in der Regel durch die Erträge der Behandlungsstunden während der praktischen Weiterbildung ausgeglichen.
 

Weitere Informationen unter: Weiterbildung-Psychoanalyse(at)itgg-berlin.de

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Johann Wolfgang von Goethe


 

Man darf den Menschen nicht nur aus seinen Trieben verstehen wollen: er ist viel eher in seiner Kulturtätigkeit zu finden.

Josef Rattner

   

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